Der ertrunkene Wald

Der ertrunkene Wald ist eine digitale Ausstellung, die sich künstlerisch mit dem fossilen Energieträger Kohle auseinandersetzt. Im Fokus der multimedialen Arbeiten stehen umweltrelevante Themen.

Steinkohle entstand vor bis zu 359 Millionen Jahren im Zeitalter des Karbon. Die Pflanzen der riesigen Sumpfwälder wurden mit der Zeit immer wieder überschwemmt, starben ab und bildeten im Wasser Torf. Über Jahrmillionen entstanden neue Schichten und unter Druck und Hitze fand der Prozess der Inkohlung statt. Aus den Pflanzen wurde Kohle.

Es gab schon viele verheerende Umweltkatastrophen und Massenaussterben in der Geschichte der Erde, von denen der Planet sich bis jetzt immer wieder erholt hat. Die Natur ist ein evolvierender Prozess und aus der Zerstörung entstand neues Leben. Wir sehen das als selbstverständlich an und opfern sogar selbst die heutige Umwelt, um an Überreste der damaligen zu gelangen.

Die Appalachen sind eines der artenreichsten Gebiete in Nordamerika. Beim sogenannten „Mountaintop Removal Mining“ werden hier ganze Berge weggesprengt, um an die Kohle im Inneren zu gelangen. Die Kohlefirmen sind meistens gesetzlich dazu verpflichtet, die von ihnen zerstörte Umwelt zu renaturieren und setzten dafür die kostengünstigen und zeitsparenden Hydroseeds (deutsch: Hydrosaat) ein. Mit einer Dickstoffpumpe wird die Mischung aus Saatgut, Mulchstoffen, Dünger, Boden- hilfsstoffen, organischem Kleber und gefärbtem Wasser auf die zu begrünenden Flächen aufgespritzt.

Durch die Sprengung der Berge gelangen Chemikalien in nahe gelegene Bäche, Flüsse und so auch in Grund- und Trinkwasser der angrenzenden Gemeinden. Das täglich konsumierte Wasser kann unter anderem auch die Elemente Arsen, Selen und Mangan enthalten, die in größeren Mengen giftig sind. Der Konsum kann zu Zahnveränderungen und Zahnausfall führen. Einige Bewohner gaben an, dass die Rate an Hirntumoren in ihrer Umgebung deutlich über dem Durchschnitt liegt.

Seit einigen Jahren wird ein technisches Verfahren präsentiert und umgesetzt, bei dem die CO2-Emissionen (carbon) aus Kraftwerken und Industrieprozessen aufgefangen (capture) und in geologischen Formationen weit unter der Erdoberfläche gespeichert (storage) werden. Dieser Prozess soll die Kohleverbrennung zur Stromerzeugung klimafreundlicher machen und so einen positiven Beitrag zur Verhinderung der Erderwärmung leisten. Neben entleerten Öl- und Gaslagerstätten, dienen auch die größeren, salinen Aquifere als potentielle Lagerstätten. Sie bestehen aus porösen, mit stark salzhaltigem Wasser gefüllten Gesteinsformationen. Ob diese für immer komplett dicht sein werden kann nicht bewiesen werden.

Eine Photovoltaiksolarzelle besteht aus dem Halbleitermaterial Silizium. Eine Eigenschaft von Halbleitern ist die verbesserte Leitfähigkeit bei Energiezufuhr. Die Ober- und Unterseite der Silizium-Solarzelle werden unterschiedlich vorbereitet, dadurch entstehen zwei verschieden geladene Schichten (p- und n- Schicht) mit einer Übergangs- bzw. Grenzschicht dazwischen (pn-Schicht). Trifft Energie in Form von Sonnenlicht auf die Solarzelle, werden Elektronen in der Zelle angeregt und bewegen sich, es wird Strom erzeugt.